Nurona Pflegezentrum in Hofbieber erhält Prädikat #lichtbewusstsein

Nurona Pflegezentrum in Hofbieber erhält Prädikat #lichtbewusstsein

HOFBIEBER – Die IHK Fulda und der Landkreis Fulda haben dem Nurona Pflegezentrum in Hofbieber das Prädikat #lichtbewusstsein verliehen. Mit dieser Auszeichnung wurden die vorbildlichen Maßnahmen der Nurona GmbH zur Optimierung der Außenbeleuchtung gewürdigt, die einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Nacht und der Biodiversität leisten und gleichzeitig die Qualität des sternreichen Nachthimmels verbessern. Bereits zuvor wurden in Hofbieber der EDEKA Markt Fleck und die ENDERS Fenster und Türen GmbH mit dem Prädikat ausgezeichnet.

Anke Adomeit von der IHK Fulda, die das Zertifikat überreichte, hob hervor, dass der Sternenpark Rhön einen erheblichen Mehrwert für die Region darstelle – mit Potenzial für mehr. „Ein schöner, natürlicher Sternenhimmel bedeutet für viele Menschen eine hohe Lebensqualität und kann somit das Interesse an einer lebenswerten Region wecken und sie noch attraktiver für Fachkräfte machen“, sagte Adomeit.

Das Seniorenheim Nurona, das sich in Ortsrandlage und in der Nähe wertvoller Biotope befindet, hat seine Außenbeleuchtung umfassend angepasst. Einige Lichtquellen wurden ganz ausgeschaltet, andere auf bedarfssteuernde Systeme umgestellt oder besser ausgerichtet, sodass das Licht nicht weit gestreut wird. „Das Engagement von Nurona zeigt, dass bereits mit wenig Aufwand eine wirksame und bewusste Reduzierung von nächtlichem Kunstlicht möglich ist“, erklärte Sabine Frank von der Fachstelle Sternenpark beim Landkreis Fulda. „Nächtliches Kunstlicht im Freien beeinträchtigt nicht nur die Sternensicht, sondern stört auch die wichtigsten Rhythmen in der Natur. „Gerade in der Nähe von Biotopen wie im Falle des Pflegezentrums ist die Minimierung von Lichtverschmutzung entscheidend für den Schutz von Flora und Fauna.“

Die positiven Auswirkungen der Umrüstung sind bereits spürbar: Die Qualität des Nachthimmels hat sich deutlich verbessert, was auch den Sternenführungen auf dem nahegelegenen Golfplatz zugutekommt. „Diese Veranstaltungen ziehen neben Einheimischen vor allem auch zahlreiche Gäste von außerhalb an, die die Schönheit des Sternenhimmels genießen möchten und damit Wirtschaft, Tourismus und Gemeinschaft vor Ort stärken“, freute sich auch Melanie van den Bergh von der Tourist-Information Hofbieber.

Das Projekt des Nurona Pflegezentrum steht in einer Reihe weiterer vorbildlicher Maßnahmen, darunter die Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung in Hofbieber. „Auch wenn der Begriff Lichtverschmutzung vielen Menschen bekannt ist, bleibt er oft abstrakt“, sagte Kerstin Pokrezewinski von der Geschäftsführung von Nurona. „Durch das Projekt haben unsere Mitarbeiter und wir nun auch ein besseres Verständnis für dieses spezielle Umweltproblem. Wir hoffen, dass unser Engagement viele Nachahmer inspiriert, denn unser Engagement trägt auch zur Authentizität des Sternenpark Rhön bei, vom dem die Rhön auch wirtschaftlich profitiert.“

Hintergrund

Der nächtliche Kunstlichteinsatz im Freien verändert das Verhalten wie Orientierung, Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung, reduziert oder zerstört Lebensräume und erhöht das Risiko, von Fressfeinden gesehen zu werden. Besonders dämmerungs- und nachtaktive Insekten wie Nachtfalter sind negativ betroffen – und in der Folge viele andere Arten wie Fledermäuse, Igel und Vögel. Lichtverschmutzung gilt als eine der maßgeblichsten Ursachen für den dramatischen Rückgang der Insekten in den vergangenen Jahren. Zudem ist nächtliches Kunstlicht im Freien als schädliche Umwelteinwirkung im Sinne des Natur- und Immissionsschutzes erfasst. Zahlreiche Unternehmen im Landkreis Fulda wollen mit gutem Beispiel vorangehen und setzen zum Schutz der Nacht auf einen rücksichtsvollen Einsatz von Außenbeleuchtung. Hierfür können sie das Prädikat #lichtbewusstsein erhalten – ein gemeinsames Projekt der IHK Fulda und der Fachstelle Sternenpark beim Landkreis Fulda. Interessierte finden auf www.ihk.de/fulda weitere Infos.

 

Bild: Bei der Übergabe des Zertifikats (von links): M. Heid  (Geschäftsführer Nurona, Kerstin Pokrzewinski (Nurona), Sabine Frank (Fachstelle Sternenpark beim Landkreis Fulda), O. Pokrzewinski (Nurona, C. Günkel (Nurona, und Anke Adomeit (IHK Fulda). Foto: privat