Barrierefreies Bauen

Barrierefreies Bauen

Die demografische Entwicklung in Deutschland führt dazu, dass unsere Gesellschaft zunehmend älter wird. In der barrierefreien Wohnungsanpassung steckt in den kommenden Jahren ein großes wirtschaftliches Potenzial für viele Handwerksbereiche.

 

Generationenfreundlicher Betrieb

Sicher und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben, selber sich im Alltag versorgen können und Entlastung im Haushalt durch Produkte und Dienstleistungen bekommen, die einen hohen Service und Komfort bieten – diese Wünsche haben nicht nur ältere Menschen.

Für das Handwerk sind mit der Entwicklung und Bereitstellung solcher Produkte und Dienstleistungen große und bislang zu wenig beachtete Marktpotenziale verbunden. Insbesondere die wachsende Kundengruppe „50 Plus“ hat eine zunehmende Bedeutung für das Handwerk. Denn viele von ihnen können und wollen sich durchaus etwas leisten – vorausgesetzt, die Qualität stimmt.

 

Fachplaner für barrierefreies Bauen und Wohnen

Gemeinsam mit engagierten Handwerkskammern, Fachverbänden und Betrieben haben der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) das Markenzeichen "Generationenfreundlicher Betrieb – Service + Komfort" geschaffen. Es kann zusammen mit dem Zertifikat "Fachplanerin bzw. Fachplaner für barrierefreies Bauen und Wohnen" erworben werden.

Das Markenzeichen richtet sich an Handwerksbetriebe aller Größen, insbesondere Bau- und Ausbaugewerbe, die generationenfreundliche Produkte und Dienstleistungen entwickeln, anbieten und wirksam vermarkten wollen. Dadurch können sich die Unternehmen das Potenzial einer älter werdenden Gesellschaft erschließen und sich im wachsenden Markt „50 Plus“ positionieren.

 

 

Der Weg zum Zertifikat

Um das Markenzeichen zu Erlangung, ist eine Schulung von mindestens 16 Stunden zu durchlaufen. Alternativ können die Inhalte der Schulung durch vergleichbare Qualifikationen nachgewiesen werden.

Haben Sie oder mindestens einer Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Schulung mit vier praxisorientieren Modulen erfolgreich absolviert, braucht es nur noch die Unterzeichnung einer betriebsindividuellen Selbsterklärung. Damit verpflichten Sie sich zu dauerhaftem Einsatz gegenüber den Zielen und Inhalten des Markenzeichens. Ab dann sind Sie auf der Website der generationenfreundlichen Betriebe gelistet und können ab sofort mit dem Logo des Markenzeichens werben.

Jeder Betrieb muss Kenntnisse in den folgenden vier Bereichen vorweisen:

 

Einführung & Grundlagen

  • Sensibilisierung der Handwerksbetriebe für Chancen im Markt "50 Plus"
  • Überblick: Regionale demografische Entwicklung
  • Auswirkung auf Anforderungen von Produkten / Dienstleistungen der Handwerksbetriebe

 Marketing & Kommunikation

  • Marktzugänge und zielgruppengerechte Kommunikation
  • Komfortorientierte Beratung
  • Geeignete Kommunikationswege und -instrumente
  • Berücksichtigung der Beratungsetikette

Normen & Rahmenbedingungen

  • Einführung in relevante Gesetze / Normen (z.B. DIN 18040) für
  • Produkte, Dienstleistungen und Beratung im Wohnbereich
  • Recherchemöglichkeiten und Bezugsquellen
  • Beispiele praktischer Umsetzung

 

Finanzierung

  • Bundesweite Förderprogramme (z. B. KfW, Berufsgenossenschaften, Pflege- und Sozialkassen)
  • Regionale Förderprogramme
  • Finanzierung ergänzender Dienstleistungen

 

Weitere Informationen:

https://www.hwk-kassel.de/service-center/barrierefreies-bauen/

Kontakt

 

Handwerkskammer Kassel

Dr. Matthias Joseph Wirtschaftspolitik, Statistik, Neue Medien

Telefon (+49) 0561 7888-166

matthias.joseph@hwk-kassel.de